Neue Richtlinien für Pauschalreisen und verbundene Reiseleistungen

Ab dem Sommer 2018 tritt ein neues Reiserecht in Kraft. Dies ist der Tatsache geschuldet, daß immer mehr Menschen von der klassischen Pauschalreise (Buchung von Flug und Hotel) abrücken und sich Ihren Urlaub individuell zusammenstellen wollen.
Das heißt, daß Flug und Unterkunft oder auch Transfers und Mietwagen getrennt gebucht werden.
Bei dieser Form der Buchung besteht aber bisher keine Insolvenzabsicherung wie bei Pauschalreisen.
Hier ist der Reiseveranstalter verpflichtet einen Sicherungsschein auszuhändigen.
Zudem konnte er bei Reisemängel Schadenersatz vom Veranstalter fordern oder den Reisepreis mindern.
Das muß er aber bisher nicht, wenn der Kunde die Leistungen getrennt voneinander bucht. Bei individuell gebuchten Reisen hat der Kunde dieses Recht nicht.
Mit der neuen Rechtslage sieht das anders aus. Trat das Reisebüro bisher nur als Vermittler auf, so kann es jetzt zum Veranstalter avancieren und muß in diesem Falle eine eigene Insolvenzversicherung vorlegen. Aber auch nur dann, wenn die Reiseleistungen als eigenes Paketverkauft werden.
Verkauft das Reisebüro dem Kunden mindestens zwei verschiedene Leistungen,z.B. Flug und Hotel und stellt für jede Leistung eine eigene Rechnung aus, so handelt es sich um eine verbundene Reiseleistung.
Damit der Kunde über die Art der Leistung informiert ist, muß das Reisebüro oder das Online Portal den Kunden ein Formblatt aushändigen, aus dem hervorgeht, ob es sich um eine „verbundene Reiseleistung“ oder um eine Pauschalreise handelt. Wir der Kunde nicht darüber informiert tritt der Vermittler automatisch als Reiseveranstalter auf.
Mit der Regelung soll verhindert werden, daß der Kunde im Unklaren bleibt. So weiß er, an wen er sich bei Reisemängel zu richten hat.
Damit wurde der Insolvenzschutz verbessert. Das ist aber auch nur dann interessant, wenn der Vermittler (Reisebüro oder Online Portal) von einer Insolvenz bedroht ist.
Es gibt aber auch eine Einschränkung des Insolvenzschutzes. So fallen Ferienhäuser, Ferienwohnungen von Reiseveranstaltern und Tagesreisen bis 500 EUR nicht mehr unterdiesen Schutz.
Dagegen hat der Kunde jetzt mehr Zeit festgestellte Reisemängel zu beanstanden. Mußte dies bisher innerhalb eines Monats geschehen, hat er nach dem neuen Recht bis zu zwei Jahre Zeit.
Wie ein Nachweis nach zwei Jahren noch objektiv durchgeführt werden kann ist mir schleierhaft. Ohnehin sollten Kunden bei Mängel vor Ort ein Protokoll fertigen, Zeugen notieren und fotografisches Beweismaterial sichern. Nur dann besteht die Chance auf eine Rückforderung und Minderung der Leistung.
Eine weitere Änderung betrifft die Preisgestaltung. Konnte der Reisende bisher den Reisevertrag kündigen, wenn der Veranstalter diesen nach Buchung um 5 % und mehr erhöhte, ist das nach dem neuen Gesetz erst ab 8 % möglich.
Die Änderung war aber auch nur bis vier Monate vor Reisebeginn möglich. Nach dem neuen Recht kann diese Änderung bis 20 Tage vor Reisebeginn erfolgen.
Sollte der Reiseveranstalter nach Buchung der Reise aber noch vor Reisebeginn Ihnen ein anderes Hotel zuweisen, sollten Sie dem schriftlich widersprechen, ansonsten gilt die Änderung als akzeptiert.

Hier finden Sie den Gesetzestext "Drittes Gesetz zur Änderung reiserechtlicher Vorschriften".

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